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VDI-Richtlinie 5600 erweitert

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) veröffent­licht drei neue Richt­linien­blätter zur VDI 5600


  • VDI 5600, Blatt 2 Manufacturing Execution Systems (MES), Wirtschaftlichkeit
  • VDI 5600, Blatt 3 Manufacturing Execution Systems (MES), Logische Schnittstelle Maschinen- und Anlagensteuerung
  • VDI 5600, Blatt 4 Manufacturing Execution Systems (MES), Unterstützung von Unternehmens-/Produktionsstrategien

  • Düsseldorf, 05. Arpil 2011. Die Norm VDI 5600 beschreibt Aufgaben und Nutzen von MES-Lösungen. Der VDI legt jetzt drei Ergänzungen dazu vor: Die Themen sind Wirt­schaft­lichkeit von MES, Logische Schnitt­stellen zu Maschinen- und Anlagen­steuerungen sowie Unter­stützung von Unter­nehmens- und Produktions­strategien. Der VDI als größte Verei­nigung von Ingenieuren in Deutsch­land arbeitet in seinen Fach­ausschüssen aktiv daran, technische Lösungen auf dem Stand der Technik zu verein­heitlichen und verständlich zu beschreiben. In Zusammen­arbeit zwischen Verbänden, Industrie und Wissen­schaft werden den Anwendern diese technischen Lösungen in VDI-Richtlinien zur Verfügung gestellt.

    VDI 5600, Blatt 2 Manufacturing Execution Systems (MES), MES-Kosten / Nutzen­analyse
    Welche Kosten mit der MES-Einführung einher­gehen und welcher Nutzen zu erwarten ist, muss ein Unternehmen präzise ermitteln, um seine Investi­tions­entscheidung abzu­sichern. Das Blatt 2 der Richt­linie VDI 5600 MES-Kosten / Nutzen­analyse unter­stützt Unter­nehmen, die beab­sichtigen ein MES einzuführen oder ein solches bereits im Einsatz haben, bei der Ermittlung der durch die Ein­führung und den Betrieb von MES zu erwar­tenden Kosten und Nutz­effekte, und erleich­tert die Kosten-­Nutzen-­Abwägung.
    Bei Software-Einführungs­projekten ist erfahrungs­gemäß beides mit Aufwand und Unsicher­heit verbunden, die Bestimmung der Kosten und des Nutzens. Besonders der Nutzen ist bei Entschei­dungs­trägern häufig umstritten. Die Arbeits­gruppe "MES-Kosten / Nutzen­analyse" hat sich deshalb mit der systema­tischen Zusammen­stellung der mit einer MES-Einführung verbun­denen Kosten­faktoren sowie der zu erwartenden Nutzen­faktoren auseinander­gesetzt.
    Bei den Kosten unter­scheidet diese Leit­linie nach einmaligen und laufenden Kosten sowie nach den Kosten verschie­dener Projekt­phasen. Im Abschnitt Nutzen geht es um Nutzen­aspekte, die sich monetär quanti­fizieren lassen und Nutzen­aspekte, die sich nicht quanti­fizieren lassen und die sich nicht nur auf die Produktion beziehen. Darüber hinaus werden in diesem Richt­linien­entwurf zusätzliche Nutzen­faktoren thema­tisiert, die sich aus einer MES-Einführung ergeben, wie beispiels­weise Reorga­nisations­maßnahmen, Aktuali­sierung der über­geordneten ERP-Anwendung.

    VDI 5600, Blatt 3 Manufacturing Execution Systems (MES), Logische Schnitt­stelle Maschinen- und Anlagen­steuerung
    Mit diesem neuen Richt­linien­blatt erhalten Anwender eine Möglichkeit, die zwischen Maschinen und MES auszu­tauschenden Daten­inhalte zu standar­disieren. Die Motivation: MES-Systeme sind zwingend auf die Kopplung mit den Maschinen und Anlagen in der Fertigung und Montage angewiesen. Ohne diese Kopplung sind die MES-spezifischen Aufgaben nicht oder nur unzureichend auszuführen. Vor allem die Echtzeit-Fähigkeit ist ohne die Kopplung zwischen MES und Anlagen nicht umsetzbar. Aufgrund der Hetero­genität des Maschinen­parks in der produ­zierenden Industrie ist diese Kopplung zwischen Maschinen und MES-Systemen in nahezu jedem Anwendungs­fall unter­schiedlich und darum für MES-Lieferanten, System­integra­toren oder die Anlagen­betreiber mit manuellem Aufwand verbunden. Dabei reicht es nicht aus, lediglich Daten zu kommuni­zieren und den Kommuni­kations­kanal, z.B. über OPC, zu beschreiben. Dagegen ist der Standard, den das Blatt 3 der VDI 5600 definiert, ein Schritt in Richtung einer standardi­sierten, automati­sierten Anbindung zwischen Anlagen und MES. Die Vision einer solchen Schnitt­stellen­beschreibung ist semantische Inter­opera­bilität im Sinne einer USB-Schnitt­stelle für die Fertigung.

    VDI 5600, Blatt 4 Manufacturing Execution Systems (MES), Unter­stützung von Unternehmens- / Produktions­strategien
    Das Richtlinien­blatt 4 der VDI 5600 ergänzt Blatt 1 und gibt Hilfe­stellung bei der Anwendung von MES in unter­schied­lichen Produktions­systemen. Es enthält einen Überblick über verbreitete Produktions­systeme mit deren Ausprägung. Davon abgeleitet wird beschrieben, wie MES die erfolgreiche Umsetzung der Systeme unter­stützen kann und welche MES-Aufgaben dazu notwendig sind. Denn für Unter­nehmen, die heute vor der Einführung eines MES in Ihrem Produktions­umfeld stehen, stellen sich neben den funktionalen Themen einer Software­einführung auch grund­legende konzeptio­nelle Fragen: Es muss sicher­gestellt sein, dass ein MES die im Unter­nehmen vorhandenen Produktions­strategien und -systeme unter­stützt. Das Unternehmen muss außerdem wissen, in welcher Weise und Stärke die MES-Aufgaben die vorhandenen Produktions­systeme und die Produktions­strategien unter­stützen.

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